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2002 & 2003

FESTIVAL: UDTA Festival 2003 in Kampala/Uganda

von Maria Hirsch

Circa dreißig verschiedene Kulturen und Sprachen gibt es in Uganda. Die verschiedenen Ethnien sind einander nicht immer freundlich gesinnt, ein gemeinsames nationales ugandisches Kulturverständnis ist nur gering ausgeprägt.

Das Verhältnis zu den Nachbarländern ist auch nicht ungetrübt, die wirtschaftliche Entwicklung läßt zu wünschen übrig, den Menschen mangelt es an Ausbildungsmöglichkeiten und Information.

Wie kann Verständnis, Freundschaft und Zusammenarbeit für sinnvolle Entwicklung einer ganzen Region gefördert werden?

Kultur ist sicher nur ein Ansatz - aber ein bedeutender: Begegnungen werden möglich, Verständnis und Respekt füreinander gefördert, Botschaften können in unterhaltsamer Weise vermittelt und weitergetragen werden, die traditionelle Kultur als Grundlage für Selbstbewußtsein wird bewahrt und durch das Kennenlernen anderer Formen weiterentwickelt.

Die österreichische Entwicklungszusammenarbeit nimmt dieses Potential in Uganda wahr und finanziert über das Wiener Institut für Entwicklung und Zusammenarbeit seit zehn Jahren ein Kulturprojekt, durch das es der engagierten Musik-, Tanz- und Theatergruppe Ndere Troupe ermöglicht wurde ein Netzwerk von 900 Theatergruppen UDTA – Uganda Development Theatre Association) im ganzen Land aufzubauen, ein jährliches Festival zu organisieren und ein Kulturzentrum in Kampala zu bauen

Von 16.-19. Jänner 2003 wurde das fünfte Nationale Festival im teilweise fertig gestellten Ndere-Zentrum abgehalten. Ein Rezeptionsgebäude, ein Restaurant, ein Proberaum, Gästezimmer und ein Amphitheater auf einem der vielen Hügel Kampalas mit wundervoller Aussicht sind fertig. Ein geschlossenes Theater wird dieses Jahr gebaut. Später sollen noch Wohngebäude für die Ndere Troupe, Bürogebäude, ein Audio-Studio, eine Bibliothek und Verkaufsstände für lokales Kunsthandwerk dazukommen. Der lang gehegte Traum des Direktors der Ndere Troupe, Stephen Rwangyezi, ist in Erfüllung gegangen.

Am 15. Jänner treffen die in 30 Bezirksfestivals eruierten besten Theatergruppen des Landes in der Hauptstadt ein – an die tausend Künstler und Künstlerinnen. Sie werden in einer Schule in der Nähe des Zentrums untergebracht. Alle packen ihre Kostüme und Requisiten aus. Es wird genäht und gewaschen, Musikinstrumente werden gestimmt, Tanzschritte geübt.Die Gruppe aus Arua aus dem äußersten Nordwesten Ugandas kommt erst zwei Tage später; ihr Bus ist unterwegs zusammengebrochen. Die Twa aus dem Süden, die unter primitivsten Bedingungen im Regenwald leben, schlafen zum ersten Mal in ihrem Leben auf Matratzen. Die Stockbetten stellen sie vor große Probleme. Der Leiter der Gruppe, ein aktives Mitglied der UDTA hat mühsam über lange Zeit Freundschaft mit den kleinen scheuen Menschen geschlossen, die nur zum Betteln ins nächstgelegene Dorf kommen. Ich bin glücklich, denn die Twa sind die einzigen weit und breit, die auch rauchen. Frauen, Männer und Kinder kommen einzeln zu mir und bitten mit Gesten um Zigaretten.Im Stadtbüro der Ndere Troupe ist inzwischen die Hölle los. Einladungen an die wichtigen Menschen der Hauptstadt werden kuvertiert und persönlich zugestellt. Die Poster für die am nächsten Tag(!) beginnende Veranstaltung werden überall in der Stadt plakatiert. In dem 3x3 Meter großen Raum drängen sich bis zu 10 Menschen neben den Schreibtischen. Der eine braucht Geld für Benzin, der andere holt Ersatzteile für die Videokamera. Der Buchhalter trägt alles in sein Buch ein und stellt sich in die Reihe derer, die zum Direktor im etwas größeren Büro dahinter wollen. Dieser unterschreibt, telefoniert gibt Anweisungen und diktiert gleichzeitig, fragt nach, warum die Fahnen teurer sind als der Voranschlag war und schickt den Mann zurück zum Verhandeln. Die Managerin der lokalen Gruppen dirigiert ankommende KünstlerInnen übers Handy zum Zentrum, Im Zentrum selbst werden Fenster frisch verglast, Wände gestrichen, riesige Erdhaufen abgetragen, Zäune errichtet. Es ist unfassbar, dass am nächsten Tag hier ein Festival stattfinden soll! Ich fahre mit Maria, der Frau des Direktors, einkaufen zu den Großhändlern in eine überfüllte, staubige Straße im Zentrum Kampalas. Hier werden in kleinen Shops riesige Mehl- und Zuckersäcke zum Verkauf angeboten. Die Straße ist mit LKWs verstopft, verschwitzte Träger schleppen schwere Kartons und Säcke auf Schultern und Köpfen aufgetürmt und manövrieren artistisch zwischen den Autos. Wir kaufen 100-Kilo Säcke mit Mehl und Zucker und viele Kanister Kochöl. 5 Tage lang müssen 1000 Menschen versorgt werden. Ein Team von 12 KöchInnen wurde angeheuert, die in der Schulküche das Essen zubereiten werden. Am Abend werden alle im Amphitheater, dem neuen Mittelpunkt und Heim der UDTA, begrüßt und Verhaltensregeln ausgegeben. Auch die Disziplin der Gruppen wird bewertet werden! Es gibt traditionelle Latrinen und moderne WCs. Bitte nicht auf die Kloschüsseln klettern und bitte keine Pflanzenblätter zum Abwischen verwenden! Um ein Uhr nachts ist das letzte Meeting der OrganisatorInnen. Müde sitzen sie in der Rezeption am Fußboden an die Wand gelehnt. Wer war für die Organisation von Mistkübeln zuständig? Sam? Ja aber er hatte die Aufgabe an Wilson delegiert. Ja er hat mit der Stadtverwaltung verhandelt, aber bis jetzt nichts erreicht. Sollen morgen noch Sessel und Tische fürs Restaurant und als zusätzliche Sitzgelegenheiten im Amphitheater gekauft werden? Oder soll man sie mieten? Um halb zwei Uhr früh ruft Viola ihre Freundin an, die in der Leihfirma arbeitet und bestellt 350 Sessel und einige Tische. Letzte Ermahnungen werden ausgegeben: Freundlichkeit ist erstes Gebot, Nicht alle sprechen und verstehen gutes Englisch. Man muss so lange fragen, bis das Problem klar ist und dann muss es gelöst werden. Niemand soll sich vernachlässigt fühlen.

Am nächsten Morgen ist tatsächlich alles fertig: die Erdhügel sind abgetragen, die neuen Fenster geputzt, die Gehwegsteine fertig verlegt, im Restaurant stehen Sessel und Tische, auf der Rezeptionstheke sind Blumengestecke aufgestellt.

Die einzelnen Gruppen haben um 7 Uhr früh mit der Aufstellung ihrer Produkte (Kunsthandwerk, Bananenwein, landwirtschaftliche Erzeugnisse) begonnen. Auch dies Teil des Wettbewerbs. Alle sind nervös und ehrgeizig wird an allen Ecken und Enden des Areals unter den Bäumen geprobt. Man wartet auf die Ehrengäste für die Eröffnung. Alle TeilnehmerInnen nehmen in ihren farbenfrohen Kostümen entlang der Einfahrtsstraße Aufstellung. Der stellvertretende Premier- und Innenminister, die Kulturministerin, der Repräsentant Österreichs, der indische High Comissioner und viele andere treffen ein. Die Fahnen werden hochgezogen, der Premier schlägt die große Königstrommel. Das Fest kann beginnen.

Die ersten Gruppen treten mit Volksliedern und Tänzen im Amphitheater auf. Es ist ungewöhnlich heiss. Die Tanzfläche wird mit dem Bühnenbild von einem Theaterstück der Ndere Troupe gegen Korruption (ein seine eigenen Eingeweide fressender Mansch) abgedeckt. Trommeln, Harfen, die einsaitige Fiedel erklingen. Die durch schnelles Rotieren der Hüften erkennbaren Tänze der Baganda aus dem Zentrum des Landes wechseln mit den geraden hohen Sprüngen der schlanken Nomadenfrauen aus Karamoja im Nordosten ab, deren Kultur jener der Massai ähnelt. Das Stampfen der Männer aus Gulu im Norden, deren Beine mit rasselnden getrockneten Früchten umwickelt sind wird, von harmonischen Liedern zum Preise Ugandas, gegen Korruption, gegen Vergewaltigung, für die Rechte der Frauen, für Disziplin und harte Arbeit abgelöst.

Auf der zweiten, improvisierten Bühne beginnen die Theaterstücke: zwanzig Minuten, mit einem entwicklungsrelevanten Thema. Die Stücke mussten in geschriebener Form eingereicht werden, ebenso wie die Lieder und Tänze. Sie werden gesammelt und archiviert zur Bewahrung der traditionellen Kultur, als Grundlage für neue Entwicklungen. Eine unglaubliche Vielfalt an künstlerischen Ausdrucksformen wird gezeigt.Ich begegne dem Obmann des Distrikts Gulu. Er erzählt mir, dass er mit dreien seiner Töchter (12 – 16 Jahre alt) vor drei Wochen von den Rebellen entführt wurde. Nach 25 Meilen Marsch durch den Busch wurden er und andere ältere Personen freigelassen. Eine der Töchter konnte am nächsten Tag bei einem Angriff der Armee auf die Rebellengruppe entfliehen. Über die beiden anderen hat er noch immer keine Nachricht. Die Rebellen, die sich „Lord’s Resistance Army“ nennen, terrorisieren seit Jahren ihre eigene Bevölkerung, die Acholi, im Norden Ugandas. Ohne politisches Programm – abgesehen von den „Zehn Geboten“ – greifen sie die Zivilbevölkerung und nicht die Armeekasernen an. Sie entführten im Laufe der Jahre Tausende Kinder und erzogen sie zu Tötungsmaschinen. Das grausame Schicksal dieser Kinder wurde im Auftrag der UNICEF verfilmt. Die Ndere Troupe schrieb das Drehbuch „Abduction“ und spielte auch die Hauptrollen in diesem erschütternden Film. Der Vater der entführten Mädchen ruft mehrmals täglich übers Handy in Gulu seine Frau an, ob es etwas Neues gibt, dann steht er wieder auf der Bühne und tanzt.

Das Essen wird in großen Plastikkübeln verteilt. Die Gruppen lagern auf der Wiese und essen ihr Matooke (Kochbananenbrei) mit Fleischsauce.

Der Abend ist als besondere Geste den in Uganda lebenden Indern gewidmet. Unter Idi Amin 1972 vertrieben, konnten sie ab 1988 unter der neuen Regierung wieder zurückkehren und erhielten ihren Besitz zurück. Sie bilden jetzt wieder den Motor der industriellen Entwicklung und des Handels. Die indische Community hat extra einen berühmten Musiker aus Indien eingeflogen und lokale Laiengruppen zeigen indische Volkstänze. Eine Statue des Gottes Wishnu wird geweiht.

Der volle Mond geht hinter den Bäumen des Amphitheaters auf, die Sterne glänzen, auf der Bühne wird indischer Ausdruckstanz vorgeführt.Um 23 Uhr ist der erste Tag des Festivals erfolgreich beendet. Die Sessel, die tatsächlich am Morgen geliefert worden waren, werden eingesammelt. Die Mistkübel werden erst am nächsten Tag geliefert werden. Das Evaluierungstreffen beginnt wieder um cirka Mittenrnacht. Was ist schief gelaufen, was muss geändert werden, was muss besorgt werden? Eine Stunde später fährt der Bus vor und bringt alle nach Hause. Um 8 Uhr morgens werden sie wieder da sein.Ich gehe zu meinem Zimmer im Gästehaus, möchte duschen: es gibt kein Wasser! Gerade noch erwische ich Stephen, der endlich auch nach Hause möchte. Der Installateur, der ihm eben noch berichtet hat, dass ein Wasserhahn beschädigt ist, wird zurückgerufen und bestätigt: seit einer Stunde gibt es kein Wasser! Tausende Menschen und keine funktionierenden Toiletten! Einige Cholerafälle sind in letzter Zeit aufgetreten. Wenn kein Wasser da ist, muss das Festival aus Gesundheitsrisikogründen abgesagt werden. Bekannte, die irgend etwas mit dem National Water Service zu tun haben, werden telefonisch aus dem Bett geholt. Es gibt kein Notservice, niemand weiß, was los ist. Plötzlich hat der Direktor eine Idee: ist die Feuerwehr noch da? Ja. Das Feuerwehrauto wird zum Wassertank dirigiert, der aufgefüllt wird. Das Notsystem funktioniert – das Wasser fließt wieder. Am nächsten Morgen ist noch immer nicht geklärt, weshalb die öffentliche Wasserzufuhr nicht funktioniert. Die Leitungen sind in Ordnung. Der Direktor fragt den Installateur nach dem Haupthahn, dreht ihn – und siehe da, das Wasser fließt wieder. Irgend jemand hatte den Haupthahn abgedreht, keiner weiß, wer es war.

Das Festival kann fortgesetzt werden. Im Raum über dem Restaurant mit der phantastischen Aussicht auf den Bahai-Tempel auf einem Hügel gegenüber, wurde ein Piano aufgestellt. Der holländische Jazzpianist Michiel Braam spielt gemeinsam mit einer Gruppe aus Pallisa (Osten Ugandas) und ihren traditionellen Instrumenten. Joop Veuger, der seit Jahren Tourneen der Ndere Troupe nach Europa organisiert, zeichnet die wundersame Kombination aus europäischer und afrikanischer Musik auf.

Im Proberaum beginnt der Modell-Wettbewerb. Aufgabe ist, auf Grundlagen traditioneller Kleidung moderne Festtagskleidung zu entwerfen. Im Unterschied zu Westafrika hat Ostafrika kaum einen eigenen modernen Stil. Die Kleider der Frauen Ugandas sind zwar wunderschön und exotisch, aber mit ihren viktorianischen Puffärmeln – von Missionaren um die Jahrhundertwende entworfen – wirken sie für europäische Augen vor allem altmodisch. Paare, die die vorkoloniale Kleidung aus Baumrindenstoff oder Tierfellen vorführen, zeigen anschließend ihre modernen Entwürfe, von denen einzelne durchaus Mode werden könnten. Die Jurorin notiert strengen Blickes ihre Bewertungen, während die Models nervös auf und ab gehen. Wird heuer zum dritten Mal Masaka, eine Stadt südlich von Kampala am Viktoriasee, gewinnen? Alle befürchten es, denn „Drum Beat“ ist professionell geworden. Die Gruppe wurde gegründet, als vor acht Jahren das erste Workshop der UDTA stattfand. Ihr Gründer war Lehrer und sah endlich eine Möglichkeit seine künstlerischen Ambitionen umzusetzen. Paddy’s Gruppe hat sich durch ihre Auftritte bereits einen Autobus verdient und war im Herbst nach Schweden eingeladen. Eine Erfolgsstory! Justine, die UDTA-Vorsitzende für die östliche Region begrüsst mich. Vor einem Jahr hat sie mir von einem Alternativtourismus-Projekt erzählt: sie wollte ein Kulturprogramm für Touristen erarbeiten, die zu Fuss durch die Streusiedlungen um Tororo wandern sollen und alle paar Kilometer von einer Tanz/Musikgruppe begegnen können, die ihnen das Leben in diesem Teil Ugandas erklären und zeigen. Ich frage sie, wie weit sie mit ihrem Plan gekommen ist. Sie sagt, alles sei fertig. Sie warte nur noch bis die UDTA-Managerin Mary etwas unternähme, aber diese hätte so wenig Zeit. Ich rate ihr, selbst tätig zu werden, alle Reisebüros in Kampala mit ihrem Programm abzuklappern und ihre mehrtägige Tour in den Osten Ugandas anzubieten. Hoffentlich hat sie Erfolg. Heute Freitag sind keine ehrenwerten Gäste zu erwarten und auch nicht viel Publikum, denn heute ist Graduation Day in Kampala. Fast jeder Mensch hat Bekannte oder Verwandte, deren Universitätsabschluss mit einer fulminanten Party gefeiert werden muss. Auch des Direktors Sohn wird heute gefeiert werden, doch seine Eltern und seine 15-jährige Schwester, die beim Festival mitarbeitet, werden erst lang nach Mitternacht zu seiner Party kommen. Ein Teil der Ndere Troupe verlässt abends das Zentrum, um ihre Show auf zwei verschiedenen Parties zu zeigen.

Da abends kaum Publikum da ist, wird mitsammen musiziert und getanzt, eine richtige Jamsession aller Gruppen. Besonders begeistert werden gemeinsame Auftritte verschiedener Gruppen aufgenommen. In Workshops während des Tages wurden jeweils zwei Gruppen zusammengebracht, um voneinander zu lernen. Die manchmal ziemlich kläglichen Versuche, einen völlig anders gearteten Tanzstil auszuführen, lösen stürmisches Gelächter aber auch Freude über Gemeinsamkeiten aus. Der dritte Tag läuft ohne größere Aufregungen ab. Der Wettbewerb wird abgeschlossen, die Juroren der verschiedenen Kriterien setzen sich zusammen und berechnen nach einem komplizierten Wertungssystem die Sieger, die am Abschlußtag verkündet werden sollen. Am Abend treten die 2 Gastgruppen aus Ruanda auf; die zauberhaften langsamen Armbewegungen der Frauen, die die langen Hörner der afrikanischen Rinder symbolisieren, die fantastischen Trommler und die kriegerischen, hohen Sprünge der Männer sind beeindruckend. Der Botschaftssekretär Ruandas ist anwesend. Die Freundschaft der beiden Völker wird in den Reden oft erwähnt, es gibt in letzter Zeit Spannungen zwischen den beiden Nachbarstaaten, die auch schon zu kriegerischen Auseinandersetzungen geführt haben. Der Präsident Ruandas, der aus der ugandischen Revolutionsarmee kam und nach dem schrecklichen Genozid in Ruanda die Macht übernahm und sein „Ziehvater“ der Präsident Ugandas verstehen einander nicht mehr so gut. Ihrer beider Absichten, vor allem im Katastrophengebiet Kongo, wo beide Armeen verschiedene Rebellengruppen unterstützen, divergieren. Die Einladung ruandesischer Gruppen soll zeigen, dass die Völker einander verstehen und respektieren. In der Pause treten einige junge Mitglieder der Ndere Troupe auf, die versuchen, basierend auf der traditionellen Musik, moderne Elemente einzubringen. Gitarre, Saxophon und Keyboard werden auf die Bühne gebracht. Leider sind nicht alle Musiker da und das Keyboard funktioniert auch nicht. Verzweifelt versuchen die jungen KünstlerInnen einen ihrer ersten Auftritte über die Runden zu bringen. Ansätze großartiger Interpretationen sind zu hören, doch es wird nicht Rechtes. Nach kurzer Zeit brechen sie ab und sind anschließend kaum zu trösten. Das nächtliche Meeting ist diesmal sehr aufregend. Morgen soll der Präsident kommen, der erst heute aus Israel zurückkam und dann wieder vom Rebellengebiet im Norden aus regieren wird. Er bleibt nicht im State House sitzen, wenn in einer Ecke des Landes Krisen ausbrechen, ist er wenn möglich vor Ort. Wird er tatsächlich kommen? Vorbereitungen müssen getroffen, ein strenges Protokoll eingehalten werden.Beim Aufwachen um 7 Uhr früh regnet es. Als ich zum Fenster hinaus schaue stehen überall auf dem Gelände Soldaten, die Presidential Protection Unit ist da, also wird Präsident Museveni kommen. Nichtsdestotrotz verunsichert mich die massive Präsenz der Uniformierten. Doch sie sind sehr, sehr freundlich. Nicht nur zu mir, der Muzungu (Weisse). Als sie unsere Zimmer nach Waffen durchsuchen, fragen sie sehr höflich, ob sie eintreten dürfen und ziehen vorher die dreckigen Schuhe aus.

In der Zwischenzeit wird am Rezeptionsgebäude heftigst gearbeitet: Eine gerade erst gelieferte Gedenktafel wird angebracht und mit einem Vorhang (offensichtlich noch in der Nacht genäht) verhüllt. Überall Blumen und Tüllgestecke. Im Amphitheater wurde eine Ehrenloge errichtet.

Eine erkleckliche Anzahl Zuschauer wartet auf die ersten Auftritte – aber leider , es gibt keinen Strom. Hektisch wird nach einem Generator geschickt. Außerdem ist diesmal die Wasserleitung wirklich ausgefallen, aber die Lösung für dieses Problem wurde ja schon vor einigen Tagen gefunden. Die Feuerwehr ist noch da und füllt den Wassertank. Eine Menge Ehrengäste treffen ein, Minister, Parlamentsmitglieder, Botschafter – alle müssen speziell betreut werden. Der Generator ist auch gebracht worden - die Vorführungen können beginnen. Die Gruppen wirken befreit vom Wettbewerbsstress und musizieren voll Freude. Ein Teil säumt die Einfahrt und während die Musik auf der Bühne in einem lauten Crescendo endet, ertönt im Hintergrund Lärm, wie von tieffliegenden Flugzeugen. Doch es sind die Trommeln, die den Präsidenten begrüßen.

Der englische Architekt des Zentrums, Stephen Wyard erklärt dem Präsidenten die Anlage. Als er die Ehrenloge betritt, wird die ugandische Hymne gesungen „Oh Uganda – May God Uphold Thee“, was auch das Thema des ganzen Festivals war: ein einiges Uganda der vielen Kulturen. Die unvermeidlichen Reden werden gehalten. Neben der höflichen protokollarischen Tünche ist in jeder Rede meist auch ein Anliegen versteckt, das in Andeutungen formuliert wird: die zuständige Ministerin möchte, dass die Regierung dieses riesige Theaternetzwerk nutzt, um Regierungsprogramme wie Armutsreduzierung, AIDS-Bekämpfung, etc. und auch bezahlt.

Der Direktor und der Repräsentant Österreichs möchten, dass der Präsident durchgreift und seine Beamten auffordert, endlich die versprochenen 5% der Mehrwertsteuer an das Projekt zurückzuzahlen. In wohlgestalteter Rede wird der Präsident auf das Versäumnis aufmerksam gemacht. Dazwischen treten immer wieder Gruppen auf, die vor so hochgestelltem Publikum ihr Bestes geben. Der Präsident, bekannt für sein Interesse an traditioneller Kultur verfolgt die Auftritte sehr aufmerksam.
In seiner Rede spricht er recht fachkundig über Kultur, fordert sowohl Bewahrung der Tradition, als auch Weiterentwicklung dieser Formen. Dankt dann der österreichischen Regierung und erklärt dem Publikum das kleine freundliche Land in Europa, das allerdings nicht immer klein und freundlich warm sondern einst Herrscher über das riesige, sogar heilige, römische Reich, dann als Österreich-Ungarn ein großes Kolonialreich war und erst nach der Befreiung von Hitler ein kleines freundliches Land wurde....Er erzählt auch von dem Treffen in dem „berühmten Dorf Unterolberndorf“, an dem er 1985, mitten im Guerillakampf teilnahm, während ihm viele andere Länder die Einreise verweigerten, und wo das spätere Regierungsprogramm Ugandas beschlossen wurde.
Dann spricht er vom Kulturland Österreich, das die ugandische Regierung mit diesem Projekt herausgefordert hat und er dafür sorgen wird, dass der versprochene Beteiligung Ugandas gezahlt wird. Dann wechselt er in eine Landessprache. Später wird mir übersetzt: wie beschämt er sei, dass diese geringe Summe noch nicht beglichen wurde und er liest seinen Beamten mit vielen Sprichwörtern gespickt die Leviten. Nach seiner Rede wird ihm das Geschenk überreicht: ein Ölporträt, auf dem er dargestellt wird, wie er sorgsam einen jungen Vogel in die Lüfte entläßt.

Leider ist das Gemälde noch feucht, es wurde ja erst mittags vom Maler geliefert (wahrscheinlich am Vortag beauftragt!) und alle an der Übergabe Beteiligten haben blaue Finger. Endlich die lang erwartete Verkündung der Sieger des Wettbewerbs: Dritter ist Bundibugyo, ein Distrikt, der weitgehend unbeachtet und vernachlässigt hinter dem Ruwenzori-Gebirge liegt und zum ersten Mal überhaupt am Festival teilnahm. Zweiter ist Gulu, jener von Krieg und Elend heimgesuchte Bezirk im Norden. Erster ist Kotido, die Nomadenfrauen aus Karamoja. Dieses Ergebnis der professionellen und unparteiischen Juroren ist auch ein politisch korrektes und löst ungeheuren Jubel aus. Es ist ein positives Symbol für die am wenigsten entwickelten und meisten missachteten Gegenden Ugandas. Dass die eigentlichen Sieger wieder „Masaka – Drum Beat „ hießen, wurde erst später verlautbart, doch diese Gruppe gehöre nun einer anderen Liga an und werde das nächste Mal mit anderen konkurrieren müssen. Die Singer-Nähmaschine, die den großen schlanken Frauen in ihren mit Glasperlen verzierten Kostümen aus Rinderhaut überreicht wird, löst unbeschreiblichen Jubel aus. Sie beginnen wieder zu tanzen und zum Entsetzen seiner Bodyguards springt der Präsident mitten unter sie und versucht ihre kerzengeraden hohen Luftsprünge nachzumachen.

Diese Aktion bringt dem Festival gute Werbung, denn der springende Präsident wird in allen Fernsehsendern gezeigt und die Fotos erscheinen in den Zeitungen. Dann möchte er noch das einzigartige Instrument der Buschleute, der Twa, sehen. Alles rennt und läuft, um es aufzutreiben. Als es schließlich zum Präsidenten gelangt, ist es zerbrochen! Aber die Twa tanzen nochmals für den Präsidenten. Sie sind so stolz und glücklich, wie der einzige, der Englisch spricht, ein 12jähriger Junge, erklärt. Sie wurden bisher nicht zu den Menschen gezählt, doch auf diesem Festival wurden sie als ebenbürtige Menschen respektiert und sogar der Präsident des Landes schaut ihnen zu. Nachdem die Ehrengäste gegangen sind, lässt die Spannung nach. Unter Jubel werden die weiteren Preise verteilt. Jede Gruppe erhält eine Kleinigkeit. Zum Schluss tritt die Ndere Troupe auf die Bühne. Alle haben eben noch Sessel geschleppt, Mist eingesammelt, im Restaurant gearbeitet, Essen verteilt und organisiert und jetzt tanzen sie, als seien sie eben erst aufgewacht nach vier Tagen härtester Arbeit. Der Direktor mischt sich im eleganten Anzug unter sie. Das Sakko um die Hüften gebunden tanzt er die schwierigen Schritte und hohen Sprünge.

Dann tritt er ans Mikrophon und spielt kunstvoll die Flöte – die Ndere, die allem den Namen gab.

 

KULTURAUSTAUSCH: Bil aka Kora (BURKINA FASO) & Hubert von Goisern (AT), 2002

Bil Aka Kora begeisterte beim gemeinsamen Konzert mit Hubert von Goisern in Ougadougou; oft wird er als Jungstar des Afro-beat bezeichnet, doch sein Stil passt nur schlecht zu dieser Breitband-Definition. „Djongo“ bezieht sich auf den traditionellen Rhythmus der Kassena, einer Volksgruppe im Süden Burkinas, nahe der Grenze zu Ghana. „Djongo“ ist eigentlich ein Tanz (wörtlich: Tanz mit der Kraft). Bil beherrscht diesen Tanz perfekt, hat ihn für seine Auftritte modernisiert. Djongo Music beruht auf diesem Kraftkonzept: Ob energetischer Tanz oder Melancholie, stets ist es Musik, für die sich Bil Aka Kora ohne Vorbehalt hingibt.

Bil Aka Kora gehört zu den Aufsteigern der vielfältigen westafrikanischen Musikszene. Seit der Wahl zum besten Musikers 2002 in Burkina Faso läuft seine Musik ständig im Radio. Nach seiner erfolgreichen Afrika-Tour im Jänner/Februar eröffnete Bil mit seiner Djongo Musik kürzlich das renommierteste Afrika-Film-Festival Afrikas (FESPACO) in Ougadougou.


 

KULTURAUSTAUSCH: Groovynol (NIC) & Guanako (AUT), 2002

Guanako (AUT) + Groovynol (NIC) live in Nicaragua 2002

Die Ö-Tour von Groovynol, Nicaraguas einziger Elektronik-Band, war ein Abenteuer für Zuhörer und Musiker:die begeisterten Konzertbesucher meinten, so eine Musik noch nie gehört zu haben. Ricardo Wheelock von Groovynol beschreibt seine Eindrücke so: „Es war, als wären wir auf einem anderen Planeten...“ Drei der 14 Konzerte spielte die Band mit der OÖ Alternativ-Band Guanako. Im Sinne eines „Rückspiels“ wird diese Gruppe nun auf Einladung der Casa de los tres Mundos nach Nicaragua reisen, um insgesamt sechs Konzerte gemeinsam mit „Groovynol“ zu spielen. Tobias Huber von den Guanakos beschreibt seine Erwartungen so: „Wir wollen spontane Dinge zulassen, überrascht werden, uns austauschen und voneinander lernen.“ Den Höhepunkt der Reise stellt das Konzert am 19.7.2002 zum „Tag der Revolution“ dar, zu dem 30.000 Besucher erwartet werden!
Guanako, die Vorzeigeband aus dem Salzkammergut, vor 50.000 begeisterten Nicaraguanern   

Groovynol ­ die elektronische Explosion – Österreich Tour 2002
Tourbericht von Roland Krebs

„Groovynol“ - die erste und einzige Elektronik - Band  Nicaraguas war den ganzen Mai 2002 in Österreich und Deutschland auf Tour. Die Gruppe aus der Hauptstadt Managua gab ein lautes und beeindruckendes Lebenszeichen von sich. Die drei Musiker spielten 14 Konzerte, erreichten ein Publikum von insgesamt ca.3000 Personen, nahmen an Diskussionsveranstaltungen teil, besuchten Schulen, gaben Radiointerviews und nahmen einige Tracks ihres Programms am Ende der Tour in einem Studio auf.

Die Österreich - Deutschland -Tour der nicaraguanischen Band „Groovynol“ im Mai 2002 wurde von der „Casa de los Tres Mundos“ in Granada /Nicaragua, „kulturen in bewegung“ in Wien und dem Kulturverein „Roßmarkt 1“ in Grieskirchen organisiert.

Beeindruckende  Konzerte

Vielen ZuhörerInnen imponierte die Gruppe durch ihr wildes Gemisch von Musikstilen und endlos tanzbaren Grooves. Die Band verstand es, in den Stücken eine wahrhaftig explosive Spannung aufzubauen und ihre ZuhörerInnen zu unüberhörbaren Begeisterungsrufen hinzureißen. MusikkennerInnen konnten den Stil von „Groovynol“ kaum kategorisieren. War es eine Form von „Drum & Bass“, „Trip Hop“ oder doch „Big Beat“? Einige erstaunte KonzertbesucherInnen meinten, so eine Musik wie von Groovynol“ noch nie gehört zu haben. Es gab kein Konzert, bei dem die ZuschauerInnen nicht ab den ersten Songs getanzt hätten. Leider hatte die Gruppe noch keine CD produziert, denn der Verkauf von mindestens 500 Stück wäre kein Problem gewesen.

Beeindruckte Musiker

Zwei Wochen nach ihrer Rückkehr aus Europa erschien ein ganzseitiges Interview mit Ricardo Wheelock - Gitarrist und Bandleader von „Groovynol“ - in Nicaraguas größter Zeitung „La Prensa“ mit dem Titel „Groovynol – La Explosion Electronica“. Wheelock beschrieb seine Erfahrungen in Europa folgendermaßen: „Es war, als wären wir auf einem anderen Planeten! Die da drüben haben andere Probleme als wir [in Nicaragua], sie leben in einer Realität, die von unserer sehr weit entfernt ist. Und trotzdem, unsere Musik ist gut angekommen, denn wir waren in der Wiege der elektronischen Musik, Österreich und Deutschland. Das machte uns am Anfang ziemlich nervös, aber schon nach dem ersten Konzert bekamen wir so ein tolles Feedback, dass wir einfach darauf los spielten!“.

Die Frage, was den nicaraguanischen Musikern besonders gut an Europa gefällt,  beantwortete Ricardo in einem Interview für Radio Orange in Wien folgendermaßen: „Die Möglichkeiten, die man als Musiker und als Musikbegeisterter hat. Es gibt so viele verschiedene Konzerte und Festivals, in den Plattenläden ist jede Art von Musik zu finden und schon für kleine Kinder ist es beinahe normal, ein Instrument zu lernen, das ist beeindruckend!“

 Multimediale Projektbegleitung

Die Konzerte wurden von Wolfgang Schwarzbrunner und Bernhard Zösmayr, zwei jungen Salzburger Medienkünstlern, mit einer beeindruckenden Film- und Fotocollage von Bildern Nicaraguas begleitet. Sie brachten einen visuellen Eindruck dieses zentralamerikanischen Landes in die österreichischen und deutschen Konzertsäle. Auf Mainstream Strandbilder wurde dabei weitgehend verzichtet - vielmehr wurden die offensichtlichen sozialen Probleme, das Leben der einfachen Landbevölkerung, das Marktgeschehen in den Städten projiziert.

 

Diskutieren über den Sinn von „Kultureller Entwicklungszusammenarbeit“

Am 29.05. 2002 wurde aufgrund des ersten Österreichbesuchs einer nicaraguanischen Jugendband eine Diskussionsrunde zum Thema „Nicaragua - Dialog der Kulturen“ veranstaltet. Es wurden mitunter neue Formen der Entwicklungszusammenarbeit diskutiert, welche sich nicht nur auf ökonomische und technische Aspekte konzentrieren. Der Tenor dieser Veranstaltung im Wiener Amerlinghaus war, dass die Ursachen für Unterentwicklung und Armut nicht alleine in materiellen Gegebenheiten zu suchen sind.  Es würde erörtert, dass die Förderung von Kultur wesentlich zur Identitätsbildung der jungen Nation Nicaragua beiträgt. Der Ehrgeiz des Musikers Ricardo Wheelock ist es, durch das knowhow, dass er sich ab Herbst bei einem Musikproduzenten­Studium in Spanien aneignen wird, der kaum vorhandenen nicaraguanischen Musikszene zu dienen und junge nicaraguanische Musik durch seine Erfahrungen zu fördern.

Musikeraustausch mit österreichischen und deutschen MusikerInnen

„Groovynol“ aus Nicaragua hatte an den spielfreien Tagen intensiven Kontakt mit zahlreichen österreichischen und deutschen Musikern. Im Studio des österreichischen Musikproduzenten Christoph Burgstaller inmitten ländlicher Idylle nahmen sie Ende Mai gemeinsam mit Gastmusikern neun Musikstücke auf. Der bekannte deutsche Avantgarde-Jazz Gitarrist Frank Schwinn und die österreichischen Jazz und Pop Musiker Martin Kessler (Keyboard), Roland Krebs (Bass) und Nuemi (Gesang) spielten auf dem ersten Tonträger von „Groovynol“ einige Songs ein. Das fertige Produkt soll noch dieses Jahr auf dem nicaraguanischen CD Markt erhältlich sein. An einem Österreich-Release dieses Tonträgers wird derzeit gearbeitet.

 Weiters spielte die Band insgesamt drei Konzerte mit der oberösterreichischen Alternativ ­ Band „Guanako“. Im Sinne eines „Rückspiels“ wird die Ebenseer Gruppe im Juli 2002 nach Nicaragua reisen, um insgesamt sechs Konzerte gemeinsam mit „Groovynol“ zu spielen. Den Höhepunkt wird zweifellos das Konzert am Tag der Revolution vor 30.000 ZuhörerInnen bilden. Ziel ist es, nicht nur in den kulturellen Zentren Nicaraguas Managua, León und Granada zu konzertieren, sondern auch ländliche Städte wie Matagalpa, Jinotepe und Esteli zu bespielen. Es wird nicht nur für die österreichische Musikgruppe eine wertvolle Erfahrung, auch die nicaraguanische Gruppe ist noch nie außerhalb der größeren  Städte aufgetreten. Nicht zuletzt werden mit diesen Open-Air-Konzerten, die für die lokale Bevölkerung gratis sein werden, auch bestehende Städtepartnerschaften mit österreichischen Städten gestärkt.

 

TOUR: Nohon & friends – Zentralasiatische Band auf Österreich Tournee 2002

Die Musikgruppen Nohon Shumarov, Shanajdar Nusalijew und das Trio Üch Sümer aus Kasachstan, China und der Mongolei wurden anlässlich des von den Vereinten Nationen proklamierten "Jahr der Berge" nach Europa eingeladen.  Typisch für die Musik aus Zentralasien sind die Gesänge im Oberton. Dabei singt ein Vokalist zwei verschiedene Töne gleichzeitig in zwei unterschiedlichen Stimmlagen, begleitet von der Topshur, einem lautenähnlichen Saiteninstrument. Die Texte werden oft in Niederton-Kehlkopfstimme vorgetragen. Die Tournee der Altai-Musiker bot nicht nur Gelegenheit, faszinierende Musikwelten kennenzulernen, sondern auch über nachhaltige Entwicklung in sensiblen Bergregionen nachzudenken und konkrete Handlungsschritte zu setzen.


FESTIVAL: Kasumama 2002

Konzerte, Openair-Kino, Workshops, Kinderprogramm, Afrikanische Gaumenfreuden und Kunsthandwerk im Waldviertel -  mit Bendula, Baodo, Keba Cissokho, Haja Madagascar, Mandenkono, Habib Koitè & Bamada, u.v.m.