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© Marwa Sarah

Künstler_innen-Gespräch: Syrische Kunst in der Diaspora

7. April 2016, 19:30

POOL7 Galerie

Rudolfsplatz 9

1010 WIEN

Syrische Kunst in der Diaspora. Künstler_innen-Gespräch
Syrian Art in Diaspora. Artist Talk


mit Marwa Sarah und Hannahlisa Kunyik
Moderation: Kurt Neuhold

In gemütlicher Atmosphäre werden mit Künstlerinnen und Künstlern Fragen zur Kunstproduktion und -rezeption rund um Themen wie Flucht und Migration, dem westlich dominierten Kunstmarkt und Besonderheiten der österreichischen Kunstszene diskutiert.

Syrische Kunst in der Diaspora (Marwa Sarah)
Im mittleren Osten, besonders in Syrien und dem Irak, sind die Bedingungen für die Bevölkerung derzeit extrem schwierig. Nicht nur aufgrund der schlechten ökonomischen Situation ist es für viele unmöglich geworden, ein normales Leben zu führen. Die Menschen haben keine andere Wahl, als zu flüchten und anderswo einen Neustart zu versuchen.
Viele syrische Künstler_innen haben wie die meisten Syrer_innen alles verloren, nur ihr Talent und ihre Erfahrungen tragen sie noch mit sich. In den Ländern, wo sie jetzt sind, haben sie jedoch kaum die Möglichkeit, ihre Talente zu entfalten und weiterzuentwickeln. Diese Künstler_innen und jene, die sich noch in Syrien befinden, müssen sich den Herausforderungen stellen, sich als Künstler_innen und nicht als Kriegsopfer zu beweisen.


Fragen:
• Wie ist es für eine_n Künstler_in mit Migrationserfahrung möglich, sein_ihr künstlerisches Talent zu beweisen, unabhängig von der politischen Situation im Heimatland und unabhängig von der eigenen Nationalität?
• Auf welche Weise können geflüchtete Künstler_innen oder solche mit Migrationserfahrung ihren Lebensunterhalt als Künstler_innen bestreiten?
• Wie kann die Kunstszene in sicheren Ländern jene in Kriegsgebieten dabei unterstützen, Zugang zur internationalen Kunstszene zu bekommen?
• Auf welche Weise können geflüchtete Künstler_innen in Kontakt zu ihren Kolleg_innen in den Herkunftsländern gebracht werden, und ist es möglich, eine künstlerische Identität zu schaffen, in der sich beide wiederfinden?

Syrian art in diaspora (Marwa Sarah)

The Middle East in general, Syria and Iraq in particular are facing some extremely difficult circumstances that affect their people’s ability to have a normal life in addition to the bad economic situation, left with no choice but to flee their homes and start over somewhere else. Artists are just like any other Syrian who lost everything, but still hold their talent and experiences, unable to develop it in the new locations they are based in. These artists and those who are still based in Syria are facing a challenge of proving themselves as artists and not war victims.

Questions:
• How is it possible for an immigrant artist to prove his_her art and develop his career regardless of the political situation of their homeland and their nationality?
• What are the ways that help an immigrant / refugee artist to make a living as an artist?
• How can the art scene in the safe countries help the one in the war zones to connect with the world?
• In what ways can refugee artists be connected with their colleagues back home, and is it possible to create an artistic identity that gathers them together?


Ausstellung Black Blood – Marwa Sarah noch bis 14. April 2016

Die Ausstellung „Black Blood“ der jungen syrischen Künstlerin Marwa Sarah wird im Rahmen der von kulturen in bewegung initiierten Veranstaltungsreihe „Syrian Links – Open“ in Kooperation mit der POOL7-Galerie realisiert. „Syrian Links – Open“ öffnet Fenster und Türen zu Kunst und Kultur aus Syrien. Den nun in Österreich lebenden Künstler_innen wird Raum und Präsentationsfläche sowie die Möglichkeit zur Vernetzung und Etablierung in der österreichischen Kunstszene geboten.

Die Welt spielt verrückt, alles erreicht seine Grenzen, Krieg und Liebe, Freude und Trauer – Kompromisse gibt´s keine mehr. Farbschattierungen schwinden, das Leben wird härter. Schwarz und Weiß dominieren. Grautöne würden manche Probleme lösen, doch meist ist dies nicht möglich. Schwarz und Weiß stehen in dieser Ausstellung für die ungelösten Probleme von Krieg und Frieden. Farben, hinzugefügt, könnten die Spiritualität fördern. Und Blut muss schwarz bleiben. (Marwa Sarah)

 

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