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2010

KE NAKO AFRIKA (April – Juli 2010)

kulturen in bewegung war Initiatorin und Koordinationsstelle für den österreichweiten Schwerpunkt „Ke Nako Afrika – Afrika Jetzt“. Die Initiative wurde anlässlich der ersten Fußballweltmeisterschaft in Afrika in Kooperation mit der Afrika Vernetzungsplattform (AVP) und der Austrian Development Agency (ADA) sowie über 100 nationalen und regionalen PartnerInnen durchgeführt. Das Interesse an Afrika während der Fußball-Weltmeisterschaft sollte genutzt werden, um den Kontinent in seiner Vielfalt zu zeigen.

 

Das Ergebnis

Österreichweit besuchten rund 184.000 Menschen die 300 Ke Nako-Veranstaltungen. 400 MusikerInnen, KünstlerInnen und Vortragende drückten Ke Nako Afrika ihren besonderen Stempel auf. Public Viewing Zonen in Wien und Innsbruck, Ke Nako Afrika Festwochen in Linz, Graz und Salzburg standen unter dem Motto Afrika. Bereits im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft sorgten in ganz Österreich Diskussionen, Konzerte, Ausstellungen, Lesungen und Kulturworkshops für neue Einblicke in afrikanische Lebenswirklichkeiten. Ein Auszug aus der Website-

Statistik: 1,7 Millionen Zugriffe, 440.000 Pageviews und 28.000 Anfragen unterschiedlicher hosts.

 

Preparing for Africa: Unter diesem Leitmotiv fanden von Jänner bis Mai rund 150 dezentrale Veranstaltungen statt: Diskussionen, Vorträge, Filmprojekte, Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen, Festivals, Ausstellungen, Workshops, Schulprojekte, Tagungen, Turniere, Web- und Medienprojekte.

 

Während der Weltmeisterschaft wurden öffentliche Räume mit Kultur- und Informationsprogrammen besetzt. Dazu zählten vor allem Public Viewings, wo tausende Fußballbegeisterte gemeinsam die Spiele verfolgten. Es gab drei offizielle Public Viewings, die bespielt wurden: Kaiserwiese Wien, Strandbar Herrmann in Wien und TT WM Arena Innsbruck (70.000 BesucherInnen!). Das jährliche Linz Fest mit 30.000 BesucherInnen stand unter dem Afrika-Motto. In Graz fanden Ke Nako Afrika Tage im Juni statt.

 

Die dritte Achse bildeten die Medien. Eine eigens eingerichtete Mediengruppe stimmte die Medienbearbeitung ab (Print, Radio, Fernsehen). Der Kultursender Ö1 gestaltete mehr als 150 Sendungen und Beiträge, gut 100 Artikel erschienen in Tageszeitungen, Regionalmedien und Magazinen. Der Club 2 zu Afrika, ein Kultur Montag Spezial zu Kunst in Südafrika, Beiträge in Kreuz & Quer, Ke Nako in Vorabendprogrammen (z. B. Sommerzeit) oder Live Beiträge von den Public Viewings waren einige Höhepunkte der ORF-Berichterstattung.

 

Regionale Schwerpunkte

Wien: Ke Nako Afrika im Jazz-Club Porgy & Bess, im Augarten, in der Strandbar Herrmann, im MuseumsQuartier, in Ottakring am Yppenplatz und bei der U3-Endstation sowie auf der Kaiserwiese im Prater.

Niederösterreich: Ke Nako Afrika Langenlois, Kasumama Afrika Festival Moorbad Harbach.

Oberösterreich: Sunnseitn Sonnwend St. Martin im Mühlkreis, Afrika am Bauernhof beim Festival in Diersbach, Treffpunkt Afrika – Stadtwerkstatt Linz, Ke Nako Afrika Linz Fest, Ke Nako Afrika Festwochen der AVP.

Steiermark: Festival Chiala‘Afriqas Graz und Ke Nako Afrika Festwoche, Afrika Festival – Neumarkt in der Steiermark.

Kärnten: Worldmusic Afrika – Villach.

Tirol: Zsaumkemma in Buch/Jenbach, Ke Nako Afrika – Public Viewing Innsbruck, 20 Jahre Weltladen St. Johann.

Salzburg: Ke Nako Afrika – Festwochen Salzburg.

 

Nachhaltigkeit

Mitglieder der Ke Nako Mediengruppe wollen aufgrund der positiven Erfahrung die Arbeit fortsetzen. Regionale Initiativen wie in Innsbruck diskutierten ihre Ke Nako Aktivitäten 2011 auf Einladung der Bürgermeisterin. Die Afrika-Vernetzungsplattform ist über Ke Nako entstanden und wird 2011 ihre Arbeit fortsetzen. Das VIDC wird seine Kooperation mit der AVP und den Mitgliedsvereinen fortsetzen. Die Breite der Initiative und gleichzeitige Tiefe vieler Aktivitäten hat neue Zielgruppen erreicht. Das Modell von integrativen, dialogorientierten Fanzonen wird mittlerweile von anderen PartnerInnen als Vorbild angesehen und vielleicht bei den nächsten Großereignissen fortgesetzt.

 

Auszeichnungen

PR-Staatspreis an „Ke Nako Afrika – Afrika Jetzt!“

Das Projekt „Ke Nako Afrika – Afrika Jetzt! Eine Initiative für ein vielfältiges Bild Afrikas“ wurde mit dem Staatspreis für Public Relations ausgezeichnet. Insgesamt wurden 42 Projekte zum Staatspreis vorgeschlagen. 12 Projekte wurden von einer internationalen Fachjury für den Staatspreis nominiert. Im Rahmen einer PR-Gala wurde Ke Nako Afrika als Gesamtsieger geehrt.

 

Integrationspreis der Stadt Innsbruck für den Ke Nako Afrika Koordinator in Tirol, Bella Bello Bitugu.

Die Stadt Innsbruck vergibt jährlich einen Preis, um Personen und Institutionen auszuzeichnen, die sich im alltäglichen Leben um die Integration von Zugewanderten in Innsbruck besonders verdient gemacht haben. Hiermit werden nicht nur herausragende Aktivitäten im Integrationsbereich öffentlich anerkannt, sondern es soll auch zum

Nachahmen animiert und die Entwicklung neuer Integrationsprogramme gefördert werden.

 

Ausgewählte Ke Nako-Projekte

Public Viewings und Afrika Kulturwochen: Öffentliche Räume wurden im Rahmen von Public Viewings und Festivals bespielt. Ziel war es, über niederschwellige Angebote neue Zielgruppen anzusprechen (Fußballfans, MigrantInnen, Freizeitpublikum, PassantInnen). Dazu gehörten Bühnenprogramme, Afrika-Botschaft/Info-Zelte, Streetsoccer-Turniere, Open Air Ausstellungen, Verteilung von Ke Nako Heften und das Branding mit Banners, Fahnen und Einschaltungen auf den LED-Screens vor und nach den Fußballübertragungen. In Wien wurden folgende öffentliche Plätze bespielt: Ottakring Yppenplatz, U3 Endstation Ottakring, Strandbar Herrmann, Bunkerei im Augarten, Afrika Container im Museumsquartier und von der AVP die Kaiserwiese im Prater. Punktuelle Veranstaltungen gab es

im GösserEck im Prater und im Wasserpark Floridsdorf. In Innsbruck ist die Idee am erfolgreichsten umgesetzt worden. Ein lokaler Gastronom und Markthändler organisierte mit der Tiroler Tageszeitung und ORF Tirol ein zentrales Public Viewing. Die Inhalte gestalteten Bella Bitugu, die Leiterin der Innsbrucker Integrationsabteilung Frau Notburga Troger und zahlreiche migrantische Vereine. In Linz wurde schon im Vorfeld das jährliche Linz-Fest unter das Afrika Motto gestellt und von 30.000 Personen besucht. Während der WM wurden zahlreiche dezentrale Aktionen wie Schulprogramme, Diskussionen, Filme, Ke Nako Taxis und soziale Events organisiert. In Graz organisierte Chiala Afriqas ein zehntägiges Informations- und Kulturprogramm mit dem Chiala Festival als krönenden Abschluss. In Langenlois wurde ein zweimonatiger Afrika-Schwerpunkt mit Konzerten, Diskussionen, Vorträgen, Ausstellungen, Workshops und Schulprojekten organisiert. 1500 Personen besuchten die 15 Veranstaltungen, 700 Kinder nahmen an den Workshops teil.

 

Vuvuzela in aller Munde | 15. – 18. März 2010

Pedro Espi Sanchis, der südafrikanische Vuvuzela-Experte unterwies an der Universität für Musik und Darstellende Kunst (Ipop-Institut) von 15. bis 18. März InteressentInnen in der Kunst des korrekten und abgestimmten Vuvuzela-Spiels. Sieben TeilnehmerInnen mit und ohne musikalischen Vorkenntnissen nahmen am Workshop teil. Ziel war die Gründung eines Vuvuzela-Orchesters, das während der Fußball-WM für südafrikanisches Flair und Stimmung sorgt.

In Innsbruck wurden entsprechende Mittel bereitgestellt, die eine gemeinsame Erarbeitung von Vuvuzela-Stücken mit der Musikkapelle Hötting ermöglichten. Der Auftritt übertraf alle Erwartungen und die Blasmusiker waren mit Begeisterung bei der Sache. Mit Musik und Tanz wurde der schlagende Beweis erbracht, dass Vuvuzela nicht nur ein lärmerzeugendes Blasrohr ist. Davon konnten sich bei der Eröffnung der Fanzone mehr als 2000 Besucher überzeugen.

 

M.U.K.A., Südafrika | 14. – 29. Mai 2010

„Most United Knowledgeable Artists“ aus Hillbrow in Johannesburg gastierten bei Ke Nako Afrika in Österreich. Drei Wochen lang trafen sie Gleichaltrige an Schulen und in Jugendzentren, zeigten aktuelle Tänze und Choreografien und führten in die Geheimnisse südafrikanischen Chorgesangs ein. Das Interesse an der Lebenssituation der jungen KünstlerInnen war enorm. Tanz-Aufführungen und das Theaterstück „no dumping“ ergänzten das überaus integrative und erfolgreiche Programm in Österreich. Die Gruppe schloss in den einzelnen Orten persönliche Kontakte und Freundschaften, die auf facebook ihre Fortsetzung finden. Die Früchte der Zusammenarbeit mit den Jugendlichen konnten dann anlässlich einer gemeinsamen Messe mit den PfadfinderInnen in Langenlois bzw. bei einem Auftritt im Rahmen des Inntöne-Festivals miterlebt werden. M.U.K.A.‘s waren äußerst talentierte RepräsentantInnen südafrikanischer Sanges- und Darstellungskunst. Höhepunkt war der gemeinsame Auftritt mit der Ikone der südafrikanischen Musik, Hugh Masekela, beim Inntöne-Festival 2010. Insgesamt wurden dreizehn öffentliche Auftritte und sechs mehrtägige Tanz- und Musikworkshops abgehalten: in Wiesen/Burgenland, Jazzpub; Langenlois, Gartenbauschule; Langenlois, Maurer-Schule; Diersbach/Inntöne; Linzfest Ke Nako Afrika sowie weitere Auftritte im Dschungel Wien und bei Worldmusic Villach 2010.

 

MYSA, Kenia | 24. Juni – 7. Juli 2010

MYSA (Mathare Youth Sport Association) aus Kenia ist eines der erfolgreichsten und vorbildlichsten Sport- bzw. Fußball-Entwicklungsprojekte in Afrika. MYSA unterstützte seit der Gründung im Jahr 1987 rund 20.000 Jugendliche, die in Mathare, einem 500.000 EinwohnerInnen großen Slum bei Nairobi, aufwuchsen. Bei MYSA lernen die Jugendlichen, sich mit AIDS-Prävention ebenso auseinanderzusetzen wie mit Umweltsanierung – stets verbunden mit Sport, vor allem Fußball. Im Rahmen des von der Europäischen Kommission unterstützten Projekts „Football for Development“ (Projektträger VIDC) reisten neun Mädchen und Burschen im Alter von 16 bis 20 Jahren im Juni und Juli durch Österreich und die Tschechische Republik, um ihr Projekt öffentlich zu präsentieren, über ihr Leben und den Alltag in ihrer afrikanischen Heimat zu berichten und sich mit anderen Jugendlichen auszutauschen. Es gab dazu

Treffen in Wien (am 26. Juni war MYSA zum ‚Kick Racism Tournier‘ in Tulln eingeladen, Organisator war Streetwork Tulln), Innsbruck (Schulworkshops, Fußballspiele) und Graz: Um die Interkulturalität und den Dialog zusätzlich zu unterstützen wurden vier bunt zusammen gewürfelte Fußball-Teams ausgelost, die in sechs durchwegs hochklassigen Partien den Turniersieger ermittelten. Vermeintlich große kulturelle Unterschiede verflüchtigten sich rasch und die gemeinsame Sprache Fußball gewann die Oberhand. Klettern im City Adventure Center, ein Badetag, Public Viewing

und die Teilnahme am Campus-Gespräch waren weitere Stationen. Durch die Unterbringung der Jugendlichen bei verschiedenen Gastfamilien in Graz entstand darüber hinaus zusätzlich reger Austausch zwischen den jungen AfrikanerInnen und österreichischen Jugendlichen.

 

Began in Africa | 7. – 12. Juni 2010

Fünf Tage lang wurden vielfältigste afrikanische Musikbezüge hergestellt. Das African Rhythms Trio des Pianisten Randy Weston gestaltete einen herausragenden Abend. Was die drei Musiker an unglaublich feinen und phantastischen Tönen in den Raum schickten, war unvergleichlich. Ein Zusammenspiel in selten gehörter Übereinstimmung. Drei Meister (es war hie und da von Dreifaltigkeit die Rede) ihres Faches erwiesen ihren afrikanischen Vorfahren die Ehre. Erfreulich war auch das große Interesse an den Windhunden und den Zumari Bläsern aus Sansibar beim Eröffnungskonzert, sowie über die durchaus gelungenen Interaktionen zwischen Balafon (Mamadou Diabate) und Saxophon (Sigi Finkel). Der ebenfalls in Wien lebende Haja Madagascar duellierte sich gitarristisch virtuos mit dem Ehrengast und ebenfalls Wahl-Wiener Alegre Correa. Das Publikum wurde förmlich von den Sitzen gerissen.

 

VIDC Kunstraum / Galerie Hilger / das kino Salzburg: Cheikh Niass

Die Ausstellung des Kreativprojektes BAUNAN des senegalesisch-österreichischen Künstlers Cheikh Niass wurde in den Galerieräumlichkeiten von das kino vom 12. bis zum 28. Mai 2010 gezeigt. Die Ausstellung war einerseits Teil des österreichweiten Projektes Ke Nako – Afrika jetzt!, andererseits auch Teil des umfassenden Kultur- und Dialogprogrammes, das AMREF im Zuge des AMREF-Marathons in Salzburg anbot. Gemeinsam mit das kino hatte AMREF zu den Afrikanischen Filmtagen geladen, zu denen die Vernissage der Ausstellung einen gelungenen Auftakt bot und ein sehr breit gestreutes Publikum anzog. Eine weitere Ausstellung mit Cheikh NIASS fand in der Dependance der Galerie Hilger und im VIDC-Büro statt, die sich im gleichen Gebäude befinden. Anlässlich der Vernissage gestaltete ORF Wien Heute einen umfassenden Bericht über die Kunstwerke des senegalesischen Künstlers.

 

 

 

KE NAKO FACTBOX

  • 184.000 BesucherInnen in ganz Österreich
  • 300 Veranstaltungen
  • 60.000 Informationsbroschüren fanden über Magazinbeilagen (20.000), Direktversand (10.000) und in den Fanzonen (30.000) interessierte LeserInnen.
  • Über 100 Bildungs- und Kultureinrichtungen, entwicklungspolitische Organisationen, MigrantInnen- Vereine, Medienpartner und andere Institutionen schlossen sich der Initiative an.
  • 400 KünstlerInnen und Vortragende erweiterten den österreichischen Horizont.
  • 150 Sendungen umfasste der Schwerpunkt des ORF Senders Radio Ö1.
  • Über 380 redaktionelle Beiträge in Tageszeitungen, Regionalmedien und Magazinen sowie zahlreiche Fernsehbeiträge vermittelten differenzierte und positive Afrika-Bilder.
  • 14 Presseaussendungen und der monatlich erscheinende Newsletter informierten über die aktuellen Programme.
  • www.kenako.at verzeichnete 1.607.406 Zugriffe.

 

Weitere Projekte von kulturen in bewegung 2010


Frauen. Kunst. Migration.

Im Projektzeitraum wurde bei kulturen in bewegung/VIDC im Bereich der Bildenden Kunst eine neue Art von Ausstellungs- bzw. Kunstkonzept geschaffen, bei dem Künstlerinnen mit Migrationserfahrungen und aus verschiedenen Kunstsparten eingeladen wurden, mittels partizipativen Methoden und in kollektiver Arbeit ein Konzept für künstlerische Aktionen im Bereich Migration und Migrationspolitik, Gender, Tages- und Kulturpolitik, Postkolonialismus und Antirassismus zu entwickeln. Mit diesem künstlerischen Ansatz wurde versucht, der üblichen Form der Forschung in diesen Bereichen eine neue Sichtweise zu geben. Die Herangehensweise der Künstlerinnen an diesen Forschungsprozess war eine kreative und subjektive, eine von der klassischen, wissenschaftlichen Forschung differenzierte. Das Produkt dieses Projekts, ein Kunstbuch, stellt eine autonome Auseinandersetzung aus der eigenen Perspektive von Künstlerinnen mit Migrationserfahrung mit den Themen Geschlecht, Migration, antidiskriminatorische und emanzipatorische Kämpfe in der (österreichischen) Gesellschaft dar. Das Kunstbuch wurde am 17. Juni 2010 in der Secession Wien präsentiert und anschließend mit den Künstlerinnen, WissenschaftlerInnen und Publikum diskutiert.

 

 

Kulturgruppe YAURI, Bolivien | 17. – 19. Oktober 2010

SchülerInnen vom Gymnasium Parhamerplatz, BORG Henriettenplatz, Gymnasium Haizingergasse und AHS Maroltingergasse sowie Mitglieder der Jugendinitiative Tangram/Café Kult nahmen die Gelegenheit zu Workshops mit der Gruppe YAURI aus El Alto in Bolivien wahr. Die Jugendlichen erlebten in den Workshops eine Folge sehr dynamischer Spiele und Übungen, bei denen Phantasie und individueller Ausdruck genauso gefördert und gefordert wurden wie Teamwork. Die Feedbacks der SchülerInnen zeigen, dass das Angebot sehr positiv erlebt wurde und auch die Möglichkeit barg, eigene Grenzen auszuloten und ohne Druck lustvoll zu überschreiten. Die Gruppe YAURI, Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren, kommen aus einem Theaterprojekt und haben vor zwei Jahren eine Musikgruppe gegründet, bei deren Auftritten auch schauspielerische Elemente eingesetzt werden. Die Show diente dazu, Geschichten aus dem Lebensumfeld der jungen MusikerInnen zu erzählen und das Publikum einzubinden. Ein hervorragendes Mittel um Interesse zu wecken, wie sich bei den anschließenden Diskussionen sowohl im CultCafé als auch im Dschungel Wien zeigte. Insgesamt erlebten 250 junge Menschen die Gruppe YAURI in Workshops, Diskussionen und Konzerten.

 

YES Theatre, Hebron | 15. – 18. Oktober 2010

Das Yes Theatre ermöglicht es Kindern und Jugendlichen, durch das Theaterspielen traumatische Erfahrungen zu verarbeiten, zu reflektieren und Möglichkeiten zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung zu erlernen. Auf diese Weise versucht das Yes Theatre dazu beizutragen, dass aus Jugendlichen Hoffnungsträger für die palästinensische Gesellschaft werden, die der Gewalt solidarisch entgegen wirken. Die Workshops mit den Schauspielern des Yes Theatre Hebron an den Gymnasien Maroltingergasse und Parhamerplatz starteten mit temperamentvollen Spielen zum Kennenlernen, die gleichzeitig den individuellen Ausdruck der einzelnen SchülerInnen förderten. Danach folgten gemeinsam improvisierte Theaterszenen, die ein Leben unter Druck und mit starker räumlicher Einschränkung veranschaulichten. Die Assoziation zum Leben im Flüchtlingslager Hebron, aus dem die Theatergruppe kommt, fiel den SchülerInnen auf diese Art leicht und weckte Empathie und Interesse. Im Anschluss daran nutzten die SchülerInnen die Möglichkeit, mit den BesucherInnen zu diskutieren. Die Begeisterung und das Interesse füreinander waren am Gymnasium Maroltingergasse so groß, dass eine weitere Unterrichtsstunde für Gespräche und ein gemeinsames Fußballspiel im Schulhof zur Verfügung gestellt wurde.

 

 

Kirik Aylanar – Zerbrochene Spiegel: Mesut Tufan: From Sarajevo to Jerusalem: Muslime in Europa – Christen im Nahen Osten | 12. – 23. Oktober 2010

Die Ausstellung „Zerbrochene Spiegel. Kirik Aylanar“ fand in Kooperation mit dem Festival Salam.Orient im Kabelwerk statt. Die Vernissage war sehr gut besucht: 100 BesucherInnen, darunter auch viele mit migrantischem Hintergrund, verfolgten interessiert die Diskussion zwischen dem Kurator Mesut Tufan und Hakan Gürses. Gegenstand der Ausstellung „Zerbrochene Spiegel“ ist die Frage nach dem Wesen „des Anderen“. Dieses Andere thematisiert der türkische Künstler Mesut Tufan auf seinen Fotografien vom Balkan bis in den Nahen Osten. Das Ziel: Unterschiede darstellen, benennen, sie erlebbar machen und Gemeinsames erkennen, um zu einem anderen Blick auf Menschen und Dinge zu gelangen.

 

VIDC Kunstraum – Osama Zatar |22. November 2010 – Jänner 2011

Die Ausstellung „Mortgage“ des aus Palästina stammenden und in Wien lebenden Künstlers Osama Zatar wurde am VIDC eröffnet. Die BesucherInnenzahl der Vernissage war mit 40 Personen sehr erfreulich, besonders interessant war auch die Publikumsstruktur: das Publikum setzte sich sowohl aus PalästinenserInnen, ÖsterreicherInnen aber auch

einigen Israelis zusammen. Die Werkstücke Osama Zatars (Skulpturen und Installationen, mixed Media) sind durchwegs beeindruckend, sehr berührend und regen stark zum Nachdenken an. Dies wurde auch in den lebendigen Diskussionen, die innerhalb des Publikums und mit dem Künstler geführt wurden, reflektiert. Der Kontext der Palästinakonferenz am darauffolgenden Tag war wichtig: Einige der ReferentInnen besuchten die Eröffnung der Ausstellung und somit konnten Osamas Werke auch einem Publikum mit direktem Bezug präsentiert werden.

Broken mirrors

 

Kulturgespräche – Ausstellungen – PoetryPerformance zu Kultur und Entwicklung | 7. – 8. Dezember 2010

Das VIDC organisierte gemeinsam mit der Österreichischen UNESCO Kommission (ÖUK) ein zweitägiges Programm zum Thema Kultur und Entwicklung.  „Menschliche Entwicklung erfordert kulturelle Freiheit“ lautete der Titel des UNDP-Berichtes 2004. Die wachsende Bedeutung von Kultur in der internationalen Diskussion hängt stark mit den aktuellen Herausforderungen der Weltlage zusammen: Mit der beschleunigten Globalisierung und ihren Folgen, mit

rasant zunehmender Urbanisierung, mit Migration, mit uniformer Modernisierung – und mit den vielerorts sichtbaren Abwehrreaktionen. Beim MDG (Millenniumsentwicklungsziele)-Gipfel der Vereinten Nationen in New York im September 2010 wurde die kulturelle Dimension von Entwicklung neuerlich besonders betont. Im Rahmen von Kulturgesprächen wurde der aktuelle Stand der internationalen und österreichischen Diskussion reflektiert. Hauptreferent war Raymond Weber, ehemaliger Leiter der luxemburgischen Entwicklungszusammenarbeit, OECD-Mitarbeiter und Professor am Collége d’Europe.

„African Lace“ (Afrikanische Spitzen, gleichnamige Ausstellung im Völkerkundemuseum) werden die farbenprächtigen, industriell bestickten Stoffe genannt, welche seit über fünfzig Jahren zu einem fixen Bestandteil der nigerianischen Festbekleidung und Mode geworden sind. Zum ersten Mal widmet sich nun eine Ausstellung der Geschichte und kulturellen Bedeutung dieser zu einem großen Teil in Vorarlberg hergestellten African Lace-Stoffe. Die Ausstellung William Kentridge – FÜNF THEMEN in der Albertina ist eine Retrospektive über das Werk des südafrikanischen Künstlers Kentridge. Die Schau umfasst Arbeiten aus allen Medien – vom Film, Buch bis hin zur Zeichnung und Skulptur. Der Schriftsteller und Poet Lesego Rampolokeng, ebenfalls aus Südafrika, begleitete uns als „Guest of Honor“ durch die Ausstellung. Lesego’s nachfolgende PoetryPerformance behandelte ähnliche Themen wie Kentridge mit völlig anderen Stilmitteln. Rampolokeng, geboren in Soweto, ist ein Poet der verlorenen Generation, der auf die Macht des gesprochen Wortes setzt. Er wurde zu einem der radikalsten KünstlerInnen im neuen Südafrika, der auch den Konflikt mit den neuen Machthabern nicht aus dem Wege geht. Das zweitägige Programm richtete sich vor allem an Entscheidungsträger in EZA und Verwaltung, ARGE Kulturelle Vielfalt der ÖUK, Kulturschaffende und (Jung)WissenschafterInnen. 80 Personen nahmen an den verschiedenen Programmen teil.